Was bedeutet BARF für Katzen?

BARF steht für Biologisch Artgerechte Rohfütterung (manchmal auch Bones and Raw Food oder Biologically Appropriate Raw Food) und bezeichnet die Ernährung von Katzen mit frischem, rohem Fleisch, Innereien und gezielt eingesetzten Nahrungsergänzungsmitteln. Das Ziel ist eine Fütterung, die sich möglichst nah an der natürlichen Beute einer Katze orientiert.

Das Konzept wurde in den 1990er Jahren vom australischen Tierarzt Ian Billinghurst popularisiert. Er vertrat die Ansicht, dass industriell hergestelltes Trockenfutter den anatomischen und physiologischen Bedürfnissen von Hund und Katze nicht optimal entspricht – ein Ansatz, der bis heute kontrovers diskutiert wird.

BARF Katze Zusammensetzung

  • 55% Muskelfleisch

    Hauptproteinquelle. Rind, Huhn, Pute, Kaninchen, Pferd. Mageres und fetteres Fleisch in Kombination verfüttern.

  • 20% Innereien

    Herz (Taurin!), Leber (Vitamin A), Niere, Lunge. Aber auch andere Innereien wie Pansen, Blättermagen oder Zunge sind möglich.

  • 5% Knochen (RMB)

    Hühnerknochen, -hälse, weiche Kaninchenknochen. Kalziumquelle. Nur roh, nie gekocht oder geräucherte!

  • 10% Gemüse & Obst

    Püriert oder gekocht für bessere Verdaulichkeit. Oft beliebt: Karotte, Zucchini, Brokkoli, Apfel, Blaubeere.

  • 10% Ergänzungen

    Lachsöl, Grünlippmuschel (Taurin!), Kelp, Weizenkeime, Eierschalenpulver, Mineralien. Individuell je nach Fleischauswahl.

Hinweis: Die Angaben dienen als ideale Orientierung und können je nach individuellem Bedarf deutlich abweichen. So können z. B. Innereien teilweise durch Supplemente ersetzt oder bei bestimmten Erkrankungen Fleischanteile angepasst werden. Jeder Futterplan ist daher immer individuell zu betrachten.

Barf für Katze
BARF Katzenfutter Collection

BARF für Katzen: Alles, was du wissen musst

BARFen bei Katzen

Katzen wissen genau, was sie wollen – und das gilt besonders beim Futter. Deshalb suchst du nach passenden Rezepturen, die deine Katze wirklich frisst, natürliches Taurin liefern oder den pH-Wert im Gleichgewicht halten? Genau das findest du hier – bedarfsgerecht entwickelt und einfach zum Schnurren gut.

Rezepturen entdecken
Barfen Katze

Die Alternative zum Rohfüttern bei Katzen

Katzenfutter selbst kochen

Nicht jeder Tierhalter möchte rohes Fleisch verfüttern. Selbst gekochtes Katzenfutter ist eine beliebte Alternative, die ebenfalls frisch und naturbelassen ist.

Unterschied: BARFen vs. Katzenfutter selbst kochen

Beim klassischen BARF bleibt das Fleisch roh – beim Selbstkochen wird es gegart. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile: Gekochtes Futter ist hygienisch unbedenklicher und eignet sich besonders für immungeschwächte oder ältere Tiere. Allerdings können durch das Erhitzen einige hitzeempfindliche Nährstoffe verloren gehen, die durch Ergänzungsmittel ausgeglichen werden sollten.

💜Taurin – der wichtigste Nährstoff beim BARF für Katzen

Taurin ist eine Aminosäure, die für Katzen absolut lebensnotwendig ist. Ein Mangel führt zu dilatativer Kardiomyopathie (Herzerkrankung), Netzhautdegeneration bis zur Blindheit sowie Reproduktionsstörungen. Katzen können Taurin nicht selbst herstellen und sind vollständig auf die Zufuhr über das Futter angewiesen. Die reichhaltigsten natürlichen Taurinquellen: Hühnerherz, Rindherz, Lammherz und Meeresfrüchte. Bei taurinarmem Fleisch (z.B. mageres Rind) sollte ein Taurin-Supplement ergänzt werden zB. in Form von Grünlippmuschel.

BARF Schale mit rohem Fleisch für die Katze
Selbstgekochtes für die Katze mit gegartem Fleisch
Rohfütterung
Gegartes Fleisch

Welche Lebensmittel sind für Katzen geeignet, welche tabu?

  • ✓ Geeignet

    • Huhn, Pute, Ente (roh)
    • Kaninchen (ganz oder zerteilt)
    • Rindfleisch, Lammfleisch
    • Lachs, Makrele, Sardine
    • Herz (Huhn, Rind, Lamm)
    • Leber (ca. 10 % der Ration!)
    • Rohes Eigelb (Eiweiß gekocht!)
    • Weiche Geflügelknochen (roh)
  • ✗ Verboten / Giftig

    • Rohes Schweinefleisch (Aujeszy!)
    • Zwiebeln & Knoblauch (toxisch!)
    • Weintrauben & Rosinen
    • Schokolade / Kakao
    • Reine Kuhmilch (Laktoseintoleranz)
    • Salz & stark gewürztes Fleisch
    • Gekochte Knochen (Splittergefahr!)
    • Roher Süßwasserfisch (Thiaminase)

BARF Futterplan für deine Katze erstellen

Nutze unseren kostenlosen BARF Rechner und berechne in Sekunden die optimale Tagesration für deine Katze – mit vollständiger Zutatenliste, allen Nährwerten und praktischer Einkaufsliste.

Was kostet BARF Katze?

  • 3kg Katze

    18–35 €

    pro Monat

  • 4 kg Katze

    24–45 €

    pro Monat

  • 5 kg Katze

    30–55 €

    pro Monat

  • 6 kg Katze

    36–65 €
    pro Monat

  • 2 Katzen (je 4 kg)

    48–90 €

    pro Monat

  • 3 Katzen (je 4 kg)

    72–135 €

    pro Monat

Häufige Fragen: BARF Katze

Wie oft am Tag soll ich meine Katze BARFen?

Katzen sind von Natur aus Vielfresser – in der Wildnis fressen sie 8–16 kleine Mahlzeiten täglich. Für BARF empfehlen sich 2–3 Mahlzeiten täglich, gut verteilt. Manche Katzenbesitzer füttern auch viermal täglich kleinere Portionen. Wichtig: Rohfleisch nicht länger als 30–60 Minuten stehen lassen, besonders im Sommer.

Kann ich meine Katze sofort auf BARF umstellen oder muss ich langsam vorgehen?

Eine sofortige Umstellung ist möglich, sollte aber grundsätzlich vermieden werden. Der Magen-Darm-Trakt und die Darmflora deiner Katze brauchen Zeit zur Anpassung. Eine schrittweise Umstellung über 7-10 Tage reduziert das Risiko von Verdauungsproblemen deutlich. Die passende Futterumstellung findest du je Futterplan in der App.



Wie gehe ich sicher, dass meine Katze artgerecht und sicher gefüttert wird?

Das ist gar nicht so einfach, sich selber einen Futterplan bedarfsgerecht zusammenzustellen. Daher bieten wir fertige Futterpläne kostenlos an, welche die Bedarfsdeckung sicherstellen - vor allem auch den Taurinbedarf. Die Bedarfsdeckung wird durch eine fachliche Berechnung nach den aktuellen FEDIAF-Richtlinien für Alleinfuttermittel sichergestellt. Grundlage sind dabei die anerkannten Bedarfswerte für Hunde und Katzen in den jeweiligen Lebensphasen.

Zusätzlich erfolgt die Erstellung und Prüfung der Futterpläne unter Berücksichtigung der geltenden diätetischen Futtermittelregelungen sowie des europäischen Futtermittelrechts. Alle eingesetzten Zutaten und Supplemente werden so kombiniert, dass eine vollständige und ausgewogene Nährstoffversorgung gewährleistet ist.

Wie viel Taurin braucht eine Katze täglich?

Katzen benötigen mindestens 200–400 mg Taurin pro Tag (je nach Körpergewicht und Aktivität). Hühnerherz enthält ca. 900 mg Taurin pro 100 g – damit ist es die wertvollste natürliche Quelle. Auch Makrele (über 600 mg/100 g) und Rindherz (ca. 700 mg/100 g) sind ausgezeichnete Taurinlieferanten. Wenn dein BARF-Plan wenig Herzfleisch enthält, sollte ein Taurin-Supplement ergänzt werden zB. in Form von Grünlippmuschel.

Kann ich meiner Katze auch Gemüse und Obst beim BARFen geben?

Katzen können grundsätzlich auch kleine Mengen an geeignetem Gemüse oder Obst fressen – notwendig ist es biologisch aber nicht. Als Fleischfresser verwerten Katzen pflanzliche Bestandteile deutlich schlechter als Hunde: Sie haben keine Amylase im Speichel und nur eine geringe Amylase-Aktivität im Darm. Deshalb sollten Gemüse und Obst nur als sehr kleiner Anteil der Ration eingesetzt werden, idealerweise unter 15 %, fein püriert oder sehr weich gegart.

Geeignet sind zum Beispiel kleine Mengen Karotte, Zucchini, Kürbis, Gurke oder etwas Apfel ohne Kerne. Wichtig: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Trauben/Rosinen und Avocado sind für Katzen tabu. Gemüse und Obst können also gelegentlich ergänzt werden, sollten aber niemals die tierischen Hauptbestandteile der Katzenernährung ersetzen.

Muss ich beim BARFen Nahrungsergänzungsmittel geben?

Ein gut zusammengestellter BARF-Plan mit abwechslungsreichen Fleischsorten, Knochen, Innereien und Gemüse deckt viele Nährstoffe natürlich ab. Eine zu 100 % bedarfsgerechte Versorgung ist in der Praxis jedoch oft nur mit gezielten Ergänzungen möglich – sei es natürlich, etwa durch Omega-3-Fettsäuren aus Lachsöl, Taurin aus Grünlippmuschel, Jod aus Kelp oder Calcium aus Eierschale, wenn keine Knochen gefüttert werden, oder durch passende Supplemente.



Kann ich fehlende Nährstoffe wie Vitamin D nur 1–2 Mal pro Woche, z. B. mit Dorschlebertran, ausgleichen?

Nein, entscheidend ist die tägliche Versorgung. Nährstoffe wie Vitamin D sollten nicht unregelmäßig in größeren Mengen „nachgeholt“ werden, sondern in einer passend berechneten Menge möglichst konstant in die Ration eingebunden sein. Nur so lässt sich eine bedarfsgerechte Versorgung sicherstellen und das Risiko von Unter- oder Überversorgungen reduzieren. Gerade bei fettlöslichen Vitaminen ist eine genaue, individuell abgestimmte Dosierung besonders wichtig.

Ist BARF für sterilisierte Katzen geeignet?

Ja, BARF ist sogar besonders empfehlenswert für kastrierte Katzen! Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf um ca. 20–30 %, das Übergewichtsrisiko steigt. Rohfutter hat einen niedrigen glykämischen Index und hilft dabei, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Die Futtermenge sollte auf ca. 3 % des Körpergewichts reduziert werden und regelmäßig kontrolliert werden. Auch da gibt es abgestimmte Futtermengen, die in unserem BARF Rechner direkt kalkuliert werden.

Können Katzenbabys (Kitten) direkt mit BARF aufgezogen werden?

Ja, Kitten können ab der Beikostphase (4–5 Wochen) mit BARF aufgezogen werden. Wichtig: Der Energiebedarf ist mit 8–10 % des Körpergewichts täglich deutlich höher als bei adulten Katzen. Die Rohkost sollte sehr fein gehackt oder püriert angeboten werden. Besonders auf ausreichend Taurin, Kalzium und Vitamin A achten. Daher sind abgestimmte Futterpläne für Kitten unerlässlich.



Muss ich BARF-Fleisch für Katzen einfrieren?

Für Fisch wird dringend empfohlen, ihn vor der Verfütterung mindestens 3 Tage bei -20°C einzufrieren, um potenzielle Parasiten (z. B. Anisakis-Würmer) abzutöten. Bei Geflügel und Säugetierfleisch ist Einfrieren nicht zwingend notwendig, aber empfehlenswert für die Lagerhaltung. Aufgetautes Fleisch sollte innerhalb von 24 Stunden verbraucht und nicht wieder eingefroren werden. Für Menschen im Haushalt gelten normale Hygieneregeln: Hände waschen, Arbeitsflächen desinfizieren, Fleisch korrekt lagern. Bei immungeschwächten Personen, Schwangeren oder Kleinkindern im Haushalt ist erhöhte Vorsicht geboten.


Wie lange ist gefrorenes BARF-Fleisch haltbar?

Bei korrekter Lagerung bei -18°C ist BARF-Fleisch 3–6 Monate haltbar. Fisch und fettreiches Fleisch sollten nach 3 Monaten verbraucht sein. Aufgetautes Fleisch sollte innerhalb von 24 Stunden verfüttert werden und darf nicht wieder eingefroren werden. Tiefe Gefriergeräte mit -20°C bis -24°C verlängern die Haltbarkeit zusätzlich.