Was ist BARF beim Hund?

BARF steht für Biologisch Artgerechte Rohfütterung (manchmal auchBones and Raw FoododerBiologically Appropriate Raw Food) und bezeichnet die Ernährung von Hunden mit frischem, rohem Fleisch, Knochen, Innereien, Gemüse und gezielten Nahrungsergänzungsmitteln. Das Ziel: eine Ernährung, die sich so nah wie möglich an der natürlichen Nahrung eines Hundes in der Wildnis orientiert.

Das Konzept wurde in den 1990er Jahren vom australischen Tierarzt Ian Billinghurst popularisiert. Er argumentierte, dass industriell hergestelltes Trockenfutter dem anatomischen und physiologischen Verdauungssystem des Hundes nicht entspricht – ein Argument, das bis heute eine lebhafte Diskussion zwischen Befürwortern und Skeptikern auslöst.

BARF Hund Zusammensetzung

  • 45% Muskelfleisch

    Hauptproteinquelle. Rind, Huhn, Pute, Lamm, Pferd. Mageres und fetteres Fleisch in Kombination verfüttern.

  • 20% Innereien

    Leber, Herz, Niere, Milz. Nährstoffbombe mit Vitaminen A, B12, D, E und Zink. Aber auch andere Innereien wie Pansen, Blättermagen, Euter oder Zunge.

  • 5% Knochen (RMB)

    Raw Meaty Bones. Natürliche Kalziumquelle. Nur weiche, rohe Knochen, oft zerkleinert – niemals gekochte oder geräucherte!

  • 20% Gemüse & Obst

    Püriert oder gekocht für bessere Verdaulichkeit. Oft beliebt: Karotte, Zucchini, Brokkoli, Apfel, Blaubeere.

  • 10% Ergänzungen

    Lachsöl, Kelp, Eierschale, Mineralien. Individuell angepasst – kein Einheitssupplement für alle.

Hinweis: Die Angaben dienen als ideale Orientierung und können je nach individuellem Bedarf deutlich abweichen. So können z. B. Innereien teilweise durch Supplemente ersetzt oder bei bestimmten Erkrankungen Fleischanteile angepasst werden. Jeder Futterplan ist daher immer individuell zu betrachten.

Barf für Hunde
BARF Hundefutter Collection

BARFen beim Hund: Alles, was du wissen musst

BARFen bei Hunden

Egal, was du suchst – Hundefutter-Rezepturen mit Huhn, Pferd, Lachs oder sogar schonend zubereitet mit Insektenprotein, mit oder ohne Innereien: Bei uns findest du eine große Auswahl an fertigen, bedarfsgerechten Rezepturen. Natürlich ausgewogen, einfach lecker – und vollwertig bis ins Detail.

Rezepturen entdecken
Barfen Hund

Die Alternative zum Rohfüttern beim Hund

Hundefutter selbst kochen

Nicht jeder Tierhalter möchte rohes Fleisch verfüttern. Selbst gekochtes Hundefutter ist eine beliebte Alternative, die ebenfalls frisch und naturbelassen ist.

Unterschied: BARFen vs. Hundefutter selbst kochen

Beim klassischen BARF bleibt das Fleisch roh – beim Selbstkochen wird es gegart. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile: Gekochtes Futter ist hygienisch unbedenklicher und eignet sich besonders für immungeschwächte oder ältere Tiere. Allerdings können durch das Erhitzen einige hitzeempfindliche Nährstoffe verloren gehen, die durch Ergänzungsmittel ausgeglichen werden sollten.

BARF Schale mit rohem Fleisch für den Hund
Selbstgekochtes für den Hund mit gegartem Fleisch
Rohfütterung
Gegartes Fleisch

Welche Lebensmittel sind für Hunde geeignet, welche tabu?

  • ✓ Erlaubt

    • Rohes Rind-, Lamm-, Pferde-, Wildfleisch
    • Huhn, Pute, Ente (auch mit Knochen roh)
    • Fettfisch: Lachs, Makrele, Sardine
    • Leber, Herz, Niere, Lunge, Milz
    • Rohe Eier (inkl. Schale)
    • Karotte, Zucchini, Brokkoli, Spinat
    • Apfel (ohne Kerne), Birne, Blaubeere
    • Süßkartoffel (gegart)
    • Hüttenkäse, Magerquark (selten)
  • ✗ Verboten / Giftig

    • Zwiebeln & Knoblauch (hämolytisch!)
    • Weintrauben & Rosinen (nierentoxisch!)
    • Schokolade / Kakao (Theobromin!)
    • Avocado (Persin-Vergiftung)
    • Macadamia-Nüsse (neurologisch toxisch)
    • Xylitol / Xylit (Leberschäden)
    • Lauch, Schnittlauch, Porree
    • Gekochte / geräucherte Knochen
    • Rohes Schweinefleisch (Aujeszy-Risiko!)

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Was kostet BARF Hund?

  • 5kg Hund

    25–45 €

    pro Monat

  • 10 kg Hund

    45–80 €

    pro Monat

  • 20 kg Hund

    80–150 €

    pro Monat

  • 30 kg Hund

    120–200 €
    pro Monat

  • 40 kg Hund

    150–260 €

    pro Monat

  • 50 kg Hund

    190–320 €

    pro Monat

Häufige Fragen: BARF Hund

Wie viel mal täglich soll ich meinen Hund beim BARFen füttern?

Erwachsene Hunde werden in der Regel 1–2 Mal täglich gefüttert. Viele BARF-Halter füttern einmal täglich, was der natürlichen Fressgewohnheit eines Hundes in der Wildnis nahekommt. Welpen benötigen aufgrund ihres hohen Energiebedarfs 3–4 Mahlzeiten täglich. Große Rassen sollten besser zweimal täglich gefüttert werden, um das Risiko einer Magendrehung zu reduzieren.

Kann ich meinen Hund sofort auf BARF umstellen oder muss ich langsam vorgehen?

Eine sofortige Umstellung ist möglich, sollte aber grundsätzlich vermieden werden. Der Magen-Darm-Trakt und die Darmflora des Hundes brauchen Zeit zur Anpassung. Eine schrittweise Umstellung über 7-10 Tage reduziert das Risiko von Verdauungsproblemen deutlich. Die passende Futterumstellung findest du je Futterplan in der App.



Wie gehe ich sicher, dass mein Hund bedarfsgerecht gefüttert wird?

Das ist gar nicht so einfach, sich selber einen Futterplan bedarfsgerecht zusammenzustellen. Daher bieten wir fertige Futterpläne kostenlos an, welche die Bedarfsdeckung sicherstellen. Die Bedarfsdeckung wird durch eine fachliche Berechnung nach den aktuellen FEDIAF-Richtlinien für Alleinfuttermittel sichergestellt. Grundlage sind dabei die anerkannten Bedarfswerte für Hunde und Katzen in den jeweiligen Lebensphasen.

Zusätzlich erfolgt die Erstellung und Prüfung der Futterpläne unter Berücksichtigung der geltenden diätetischen Futtermittelregelungen sowie des europäischen Futtermittelrechts. Alle eingesetzten Zutaten und Supplemente werden so kombiniert, dass eine vollständige und ausgewogene Nährstoffversorgung gewährleistet ist.

Muss ich beim BARFen Nahrungsergänzungsmittel geben?

Ein gut zusammengestellter BARF-Plan mit abwechslungsreichen Fleischsorten, Knochen, Innereien und Gemüse deckt viele Nährstoffe natürlich ab. Eine zu 100 % bedarfsgerechte Versorgung ist in der Praxis jedoch oft nur mit gezielten Ergänzungen möglich – sei es natürlich, etwa durch Omega-3-Fettsäuren aus Lachsöl, Jod aus Kelp oder Calcium aus Algenkalk, wenn keine Knochen gefüttert werden, oder durch passende Supplemente.



Kann ich fehlende Nährstoffe wie Vitamin D nur 1–2 Mal pro Woche, z. B. mit Dorschlebertran, ausgleichen?

Nein, entscheidend ist die tägliche Versorgung. Nährstoffe wie Vitamin D sollten nicht unregelmäßig in größeren Mengen „nachgeholt“ werden, sondern in einer passend berechneten Menge möglichst konstant in die Ration eingebunden sein. Nur so lässt sich eine bedarfsgerechte Versorgung sicherstellen und das Risiko von Unter- oder Überversorgungen reduzieren. Gerade bei fettlöslichen Vitaminen ist eine genaue, individuell abgestimmte Dosierung besonders wichtig.

Kann ich meinen Welpen von Anfang an BARFen?

Ja, Welpen können von der ersten Beikost an (ab ca. 3–4 Wochen) auf BARF aufgezogen werden. Wichtig: Welpen haben einen deutlich höheren Energie- und Nährstoffbedarf (ca. 6–10 % des Körpergewichts täglich) und benötigen u.a. ein anderes Calcium-Phosphor-Verhältnis als adulte Hunde. Daher sind abgestimmte Futterpläne für Welpen unerlässlich.



Ist BARFen gefährlich? Was ist mit Keimen wie Salmonellen?

Für gesunde Hunde ist rohes Fleisch kein Problem – ihr Verdauungssystem ist evolutionär darauf ausgelegt, Keime wie Salmonellen zu verarbeiten (kürzere Darmpassage, niedrigerer pH-Wert im Magen). Für Menschen im Haushalt gelten normale Hygieneregeln: Hände waschen, Arbeitsflächen desinfizieren, Fleisch korrekt lagern. Bei immungeschwächten Personen, Schwangeren oder Kleinkindern im Haushalt ist erhöhte Vorsicht geboten.


Wie lange ist gefrorenes BARF-Fleisch haltbar?

Bei korrekter Lagerung bei -18°C ist BARF-Fleisch 3–6 Monate haltbar. Fisch und fettreiches Fleisch sollten nach 3 Monaten verbraucht sein. Aufgetautes Fleisch sollte innerhalb von 24 Stunden verfüttert werden und darf nicht wieder eingefroren werden. Tiefe Gefriergeräte mit -20°C bis -24°C verlängern die Haltbarkeit zusätzlich.